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Risiken der Vorratsdatenspeicherung

April 21st, 2007 by Jo

Am Mittwoch wurde im Bundeskabinett der Referentenentwurf zur Vorratsdatenspeicherung diskutiert und wie es zu erwarten war auch verabschiedet.

Und wo liegt jetzt das Problem, ich meine, wir haben dich alle nix zu verbergen, die sollen das doch ruhig wissen, und außerdem wen interessiert schon, was ich mit meiner Großmutter am Telefon bequatsche?

Aus meiner Sicht gibt es vier Kernargumente gegen Vorratsdatenspeicherung:

1) Fehlinterpretation – falsch zusammen gereimt
Durch die Kombination aus den einzelnen Datensätzen können sich massive Fehlinterpretationen ergeben. Versehentlich gibt es dann “wasserdichte Beweise”, die lediglich auf einem Zahlendreher oder an den Haaren herbei gezogenen Zusammenhängen basieren.

2) Kriminalität/Datendiebstahl - Missbrauch
Allein anhand der Mobiltelefoniedaten lässt sich exakt bestimmen, wo sich der Telefonierer aufhält. Das ermöglicht die Erstellung von ziemlich exakten Bewegungsprofilen und vereinfacht so auch die Planung von komplexen kriminellen Handlungen wie Entführungen etc., wenn diese Daten in die falschen Hände geraten. Und – das ist nicht auszuschließen, da solche Daten eine hohe Begehrlichkeit auslösen und viel kriminelle Energie anlocken und freisetzen dürften.
Auch von Behördenseite selber gab es immer wieder unrechtmäßige Verwendungsversuche und Pannen im Umgang mit gespeicherten Daten (z.B. Polizist der Infos über potenzielle Mieter seiner Mietshäuser einholt).

3) Pauschalverurteilung - Misstrauenskultur
Außerdem spricht dagegen, dass nun pauschal jeder Bürger als potentieller Krimineller gesehen wird. Das ist eine Haltungsfrage des Staates die den Wandel zu einer Kultur des Misstrauens weiter unterstützt. Nicht zuletzt basiert aber ein produktives Miteinander und damit auch wirtschaftlicher Erfolg auf einem Vertrauensvorschuss. Die Vorratsdatenspeicherung setzt ein deutliches Signal in Richtung Misstrauenskultur. Hierdurch wird ein Paradigmenwechsel von „Ich vertraue Dir“ zu „Beweise mir erstmal, dass ich Dir trauen kann“, angestoßen.

4) Gläserner Bürger
Auf Knopfdruck wird das Leben jedes Bürgers im jeweils vergangenen halben Jahr rekonstruierbar und transparent. Aber – wir haben ja alle nix zu verbergen, ich weiß, diese Datenschützer sind alle paranoid.

Herr Mielke hätte das garantiert auch ganz toll gefunden mit der Vorratsdatenspeicherung und ich denke, dass der Begriff “Stasi 2.0″, den wir auf der Re:Publica kreiert haben zwar sehr plakativ bis polemisch (das mag ich ja immer nicht so), aber angemessen provokativ und passend ist. Denn, der Begriff “Stasi 2.0″ macht deutlich, welches Potential in gesammelten Daten steckt.

Weitere aktuelle Infos und Möglichkeiten sich zum Thema zu informieren und gegen die Vorratsdatenspeicherung zu engagieren:

www.vorratsdatenspeicherung.de
www.daten-speicherung.de

———
Update 21. Mai 2007
Artikel über Hausdurchsuchungen und Onlinedurchsuchungen/Datenspeicherung bei Heise

Artikelsammlung Vorratsdatenspeicherung bei Heise

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Deutsche, subventionierte Blockheizkraftwerke zerstören Regenwald

März 12th, 2007 by Jo

Na super. Eigentlich sollen ja Blockheizkraftwerke, vor allem wenn sie mit nachwachsenden Rohstoffen betrieben werden, so etwas wie “grüne Wärme” und “grünen Strom” erzeugen. Unter anderem wird dazu in diesen Kraftwerken Pflanzenöl verfeuert.
Nun haben sich die findigen Betreiber teilweise überlegt, dass ja Palmöl aus Asien viel billiger ist als das gute heimische Rapsöl.
Ergebnis: Um den gestiegenen Palmölbedarf zu decken wird noch mehr Regenwald gerodet um neue Plantagen zu pflanzen. Da der Boden in Regenwaldregionen nicht über das Skelett aus Mineralstoffen und Lehmschichtungen verfügt wie gutes Ackerland, sind die Böden dann bald ausgelaugt, brauchen viel Stickstoffdünger und sind irgendwann nicht mehr urbar.

Mehr dazu auf dem seriösen Tagesschaublog.

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Diskurs ohne Ende

Mai 11th, 2006 by Jo

Ich bin für gründlichen Diskurs. Ich will nicht nur das berühmte “miteinander reden” sondern wünsche mir vielmehr ein “miteinander denken” und dann ein daraus resultierendes “miteinander handeln” oder überhaupt handeln.

Wenn ich sehe, dass z.B. bei Spreeblick bei 70 Kommentaren wo es um Spenden an Spreeblick oder nicht und wenn ja wie etc.pp geht nur so um die 14 Euro tatsächlich gespendet werden, muss ich echt mit dem Kopf schütteln. Ich meine, ich kenne ja das Problem mit dem zum Spenden animieren von den letzten Soulhood Christmas Grooves und es fällt nicht immer leicht um Geld zu bitten. Insbesondere glaube ich, dass das noch viel schwerer fällt, wenn man das Geld für sich selbst zum Leben oder für die eigene Firma brauchen will.

Hin oder her - Johnny und alle Beteiligten machen mit Spreeblick ein super Ding mit Podcast, Postings, Vcast und dazu noch der engagierten Moderation der Kommentare. Und die Leser wissen, dass das echte Arbeit ist und kein Rumgetippe aus Langeweile. Natürlich verdient Johnny noch mit anderen Sachen wie Vorträgen etc. Kohle aber dennoch kann man doch mal die Arbeit und die Leistung und den Nutzen von Spreeblick direkt honorieren. Ich finde da ist bei einigen das Verhältnis von Geben und Nehmen nicht mehr so ganz im Gleichgewicht.

Ich habe ja auch schon überlegt ob es an Armut liegen könnte, also nicht geistig, sondern so richtige Armut. Aber ich glaube das nicht. Einige OK, haben wirklich wenig Kohle und müssen auf j e d e n Cent achten. Aber die die was verdienen und so, können doch mal ein Bier weniger trinken und die Dinge die sie häufig umsonst nutzen (damit meine ich hier auch lesen und Kommentare schreiben, Programme nutzen, Strassentheater gucken, Musik hören… ) und gut finden honorieren.
Rationale Begründung: Schließlich will man es ja auch weiterhin haben.
Emotionale Begründung: Es tut echt nicht weh und macht irgendwie auch Freude. Letztendlich ist doch alles ein großer Kreislauf, oder?.

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Nazis brauchen dringend unsere Hilfe

April 25th, 2006 by Jo

Dieser schockierende Hilfeaufruf erreichte uns über Youtube:

Spenden Sie jetzt!

via da via hier

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Abschiedsrede der platten Industrie

April 2nd, 2006 by Jo

“Wir haben ein gutes und erfülltes Leben gehabt von der ich keine Sekunde missen möchte. Wenn ich daran zurück denke - an diese magische Zeit in den 20er und 30er Jahren als wir die ersten großen Swing und Jazz-Kapellen aufgenommen haben. Das war damals eine Revolution. Und selbst in den Weltkriegen konnten wir immer weiter arbeiten - es war zwar nicht immer einfach - aber grade im Krieg brauchten die Menschen Musik und die haben wir ihnen gegeben. Und dann in Europa - nach dem Krieg, alles war zerstört. Und doch - wir haben tapfer von Null angefangen und es war so unbeschreiblich schön zu sehen wie wir mit unseren Platten den Menschen ein Lächeln auf ihre Gesichter zaubern konnten.
Ja wir waren sogar mit verantwortlich für die Veränderung ganzer Generationen: erst durch den Rock’n'Roll in den 50ern und dann mit der Rock-Music der 60er und 70er. Wir haben die Botschaft von Woodstock und gegen den Vietnamkrieg mit in die Welt getragen und hoffnungslosen Soldaten und desillusionierten Kriegsdienstverweigerern mit unseren Schallplatten Sinn und Kraft gegeben. Und ich erinnere mich noch zu gut, wie ich in den achtziger Jahren hinter dem Futter meines Aktenkoffers regelmäßig die neusten amerikanischen Scheiben zu meinen Musiker-Freunden nach Ost-Berlin schmuggelte. Ja - eine Platte konnte ganz schön heiß sein damals, in vielerlei Hinsicht!
Und dann kam die CD! Unvorstellbar klein, schillernd und silber mit bis dahin unbekannter Klangqualität waren wir es doch, die dieses moderne Medium aus der Traufe gehoben und die letztendlich eine neue Technologie geschaffen haben, ohne die unsere heutige Welt kaum mehr denkbar wäre.
Wir - Esel, EMIL, Soni MFG, SSV, Werner, Universell und viele andere - wir hatten es natürlich auch nicht immer leicht! Aber ein gemeinsamer tragender Gedanke hat uns immer wieder aufgerichtet: Die Welt aktiv mit zu gestalten und der Menschheit das zu geben was sie liebt: Musik
Aber, um es mit dem gute alten Bob, einem unserer Jungs da draußen zu sagen: the times they are a changing…-
Und das gilt auch für uns.
Wir alle wissen es: Es ist wichtig zum richtigen Zeitpunkt zu gehen um dem Neuen den Raum zu geben den es verdient.
Niemand kann die Zeit aufhalten und niemand sollte an Dingen die ohnehin verloren sind festhalten und seine Energie mit nutzlosem verschwenden. Dazu ist das Leben zu kurz.
Die Welt kommt nun schon seit geraumer Zeit ohne unsere Schallplatten und CDs aus. Künstler können ihre Musik über das World-Wide-Web jedem Hörer direkt zugänglich machen. Einfacher, besser und schneller als dies je der Fall war. Menschen können ihre Musik frei tauschen und immer das hören, was sie grade möchten. Und keine Sorge - es geht unseren Künstlern nicht schlechter dabei! Die Werbeeinnahmen und Konzerteinnahmen haben bereits die Gewinne früherer Plattenverkäufe übertroffen.
Wir werden uns daher neuem Zuwenden und haben da auch schon ein paar ganz konkrete Ideen. Also, lassen Sie sich überraschen - Sie werden von uns hören!

Liebe Hörer, es war eine gute Zeit mit Ihnen und wir möchten uns noch einmal für die gute langjährige Zusammenarbeit und Ihr uns entgegengebrachtes hohes Vertrauen bedanken. Vielen Dank, es war eine gute Zeit.
Die Netze sind frei.

Ihre Schallplattenindustrie

esel rekords
EMIL Musik
Soni MFG Musik
SSV Schaltplatten
Universell Musik
Werner Musik

PS:
Sämtliche aktuellen einstweiligen Verfügungen und Strafanzeigen gegen u.a. allofmp3, edonkey, grokster, die Klasse 4a der Grundschule Lüdenscheid Eiligenschein, Tobias C. (13 Jahre) und alle anderen Betroffenen Organisationen, Körperschaften und Privatpersonen, werden von unserer Seite mit sofortiger Wirkung eingestellt. It?s only Rock?n Roll.

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further reading:
CCC Boykottaufruf

phonoverband kills music

David Leonhard, Music like Water

boykott music industry
—-
Nachtrag: antifreeze bringt Differenzierung in die Boykott-Debatte: Label ist nicht gleich Label

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Die Job-Bewerbung aus ethnologischer Perspektive

März 21st, 2006 by Jo

Ich selber habe vor einigen Jahren nach dem Studium mal über 80 Bewerbungen geschrieben und fast ebensoviele Absagen kassiert. Dass man da anfängt komische Sachen zu denken und zu machen wurde mir beim Lesen dieser beiden Artikel wieder in Erinnerung gerufen:

woweezowee.de

antropologi.info

Lesenswert. Und zum Glück sind diese Zeiten [bei mir] zumindest in absehbarer Zeit vorbei. Und lasst euch nicht von diesen Bewerbungsgurus verarschen [verrückt machen]. Die sind das doch auch [zum Teil] nur geworden, weil sie keinen anderen Job gekriegt haben und machen jetzt ihre Kohle mit der Hoffnung von Arbeitssuchenden.

[Nachtrag: Der Ursrungsartikel auf den sich woweezowee und antropologi.info beziehen ist von Peter Mühlbauer und den gibts hier bei Heise.de]

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Mit Geld kannst Du Sex kaufen…

November 29th, 2005 by Jo

Vor einigen Tagen erhielt ich dieses Sprichwort als Powerpoint Datei von einem guten Verwandten zugemailt. Natürlich war auch der Zusatz dabei, dass man diese Mail 7 mal weiterleiten solle, dann wiederfahre einem Glück, ansonsten Unglück. Ich maile solche Kettenbriefe allerdings nicht weiter - jetzt hat mich allerdings doch der Aberglaube gepackt und ich poste es daher hier, in der Hoffnung das sich sieben Leser finden werden…;-)

Mit Geld kannst Du ein Haus kaufen, aber kein Zuhause
Mit Geld kannst Du eine Uhr kaufen, aber keine Zeit
Mit Geld kannst Du ein Bett Kaufen, aber keinen Schlaf
Mit Geld kannst Du ein Buch kaufen, aber kein Wissen
Mit Geld kannst Du einen Arzt kaufen, aber keine Gesundheit
Mit Geld kannst Du eine Position kaufen, aber keinen Respekt
Mit Geld kannst Du Blut kaufen, aber kein Leben
Mit Geld kannst Du Sex kaufen, aber nicht Liebe

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