The whole story is published in 5 Parts
__Part One: Abflug und Ankunft – Departure and Arrival
__Part Two: Thailands Norden – Northern Thailand
__Part Three: Die Inseln Koh Phayam und Koh Phangan, Bangkok – The Islands Koh Phayam and Koh Phangan
__Part Four: Bangkok mit Spezial: Schneider in Bangkok – Bangkok with Special: Tailors in Bangkok
__Part Five: Dubai
Reisebericht Thailand Part Two: Der Norden
Per Jeep in Richtung Grenzregion
Wir fahren über Asphalt und Off-Road-Pisten durch einsame Bergtäler des Doi Inthanon Nationalparks und kleine Dörfer bis nach Mae Chaem, wo wir in einer seltsam einsamen Hotelbungalowanlage (Mae Chaem Hotel) übernachten. Es gibt ein Schwimmbad, Fitnessraum etc. und die übernachtung kostet 300 Baht (6,50 Euro) für den Bungalow inkl. Dusche/ WC/ Aircondition und wir sind die einzigen Gäste. Es ist fast schon gespenstisch, so allein hier zu sein. Das Essen ist dort absolut scheußlich – etwas angeekelt und mehr aus Höflichkeit würgen wir ein paar Bissen hinunter. Zum Glück finden wir am Markt im Zentrum noch einen Pancake-Stand..
Auch hier im Ort gibt es nämlich wie überall in Thailand einen überdachten Markt mit Essen. Außerdem gibt es hier ein Sportplatz und wenige kleine Läden, aber keine Bar oder andere Angebote für Touristen.
Wir sehen übrigens auch den einzigen toten Hund am Strassenrand – ein Wunder, dass es nicht mehr waren, da sie ständig auf der Strasse rumlaufen, oder sogar dort pennen.

Begegnung mit den Hmong
Unser Weg führt weiter über steile Bergstrassen entlang des Mae Surin Nationalparks in Richtung des malerischen Städtchens Mae Hong Son.
Auf halbem Weg begegnen uns in einem kleinen Ort viele in Trachten gekleidete Menschen. Wir steigen neugierig aus und gehen etwas verhalten über einen fußballfeld-großen Platz auf dem Alt und Jung in ihren Trachten umhergehen, und sich an einfachen Kirmesevents wie Dosenwerfen aber auch kulturtypischen Spielen, wie z.B. einem speziellen Kreiseldreh-Wettbewerb vergnügen. Besonders fällt uns eine Menschengasse aus Jugendlichen auf, in der sich Jungen und Mädchen gegenüber stehen, und „einfach so“ Tennisbälle zuwerfen.
Nach einiger Zeit spricht uns ein junger Mann und ein etwa 15-Jähriges Mädchen sehr freundlich auf Englisch an. Zunächst werden wir gebeten einen Fragebogen auszufüllen (Warum sind wir hier, was ist unser Lieblingsessen, etc…) und werden nun aufgeklärt, dass es sich um das Neujahrsfest eines Hmong-Stammes handele. Die Hmong stammen ursprünglich aus China, was man auch an ihrer Physiognomie sehen kann und gelten als eine der größten Volksgruppen Asiens. Wir dürfen frei fotografieren und alle sind nett und aufgeschlossen. Viele Jugendliche wollen mit uns auf ein Bild und machen dabei gerne „klassische“ Posen wie das Victory-Zeichen. Das Tennisball-Werfen ist übrigens, so wird uns erklärt, ein alter Brauch um Männlein und Weiblein einander einfach näher kommen zu lassen. Man nutzt das Werfen zur einfachen Kontaktanbahnung, dann kann man mal weiter sehen…
Nach einem kleinen Snack verabschieden wir uns und fahren weiter bis Mae Hong Song, das wir am frühen Abend erreichen.

Mae Hong Song und Umgebung
Mae Hong Song hat eine total relaxte Kurortathmosphäre. Es gibt nur wenige „Weiße“ und man sieht dafür viele thailändische Touristen die sich in der frischen Bergluft erholen.
Um den zentral gelegenen Stadtsee erstreckt sich ein sehr gepflegter Park und eine Flaniermeile mit Restaurants, Essensständen und einigen Händlern welche die traditionellen Produkte ihrer Bergstämme verkaufen.
Wir nutzen den Ort für einige Tage als Basislager für Tagesausflüge in die umliegende Bergregion. übernachten tun wir im Johnnie´s Hotel direkt am Stadtsee.

Kulinarisch interessant ist übrigens ein All You Can Eat Thai-Fondue in einem Restaurant direkt am See, bei dem man Fleisch und Fisch auf dem Tisch grillt und gleichzeitig in einer speziellen Vorrichtung Suppe aus Lemongrass, Basilikum und anderem kocht. Die Thais verhalten sich beim All You Can Eat übrigens genauso verfressen wie die Deutschen bei Pizza-Hut und wir müssen echt zusehen von den aus der Küche getragenen Rohfleischbergen auch etwas abzubekommen.
Per Jeep rund um Mae Hong Song
In den folgenden zwei Tagen fahren wir in abgelegene Dörfer an der Birmesischen (Myanmarschen) Grenze und landen auch fast auf der anderen Seite, wenn da nicht mitten im Nichts ein Grenzposten aus Holzpalisaden und Sandsäcken gewesen wäre. Uns wird relativ deutlich klar gemacht, dass das Fotografieren, und vor allem auch wir, hier ziemlich unerwünscht sind…
Einige der dortigen Dörfer lassen sich eindeutig bestimmten Stämmen zuordnen, manche sind erst jüngeren Datums und wurden von Flüchtlingen aus Burma gegründet.

Die Stämme haben ein sehr unterschiedliches Aussehen. So wirken die Hmong von ihren Gesichtszügen und ihrer Statur her recht „Chinesisch“, die Roten Lahu erinnern mich eher an die nordamerikanischen Apachen und die Karen sind so wie man sich einen hart arbeitenden Bergbauern vorstellt: Gegerbte Gesichter, eher klein, sehnig mit klaren braunen Augen.
Ein kleines Highlight ist der Besuch bei einem Kaffeebauern in Roum Thai, der Arabica-Kaffee anbaut und selber auf offenem Feuer in einer Art Wok röstet. Wir trinken dort erstklassigen Kaffee und kaufen ihm sofort begeistert 500gr ab. Leider entpuppt sich der Kaffee daheim als etwas zu lange oder zu heiß geröstet – man könnte auch verbrannt sagen.
Absolut malerisch ist das Dorf Mae Aw das wie aus einem chinesichen Heimatfilm wirkt. Ein schöner kleiner See, Teeplantagen, Wald, kleine Häuser, lächelnde Menschen.
Angenehm ist überall im Land, dass die Leute einem nicht so hinterher starren. Fremde werden wenig belästigt und ein klares Nein wird meist auch als Nein akzeptiert. Wir werden stets sehr höflich und freundlich behandelt. Viele Thais haben zudem ein ausgeprägtes Dienstleistungsverständnis und bleiben dabei auf Augenhöhe ohne arrogant oder aber unterwürfig zu sein.
Nachdem wir die Gegend gut erkundet hatten geht es weiter in Richtung Soppong.
Nam Lang Cave und Soppong
Auf halbem Weg nach Soppong haben wir einen Djungeltreck zur Nam Lang Cave geplant. Es ist eine angeblich3 stündige Wanderung durch den Dschungel. Um nähere Erkundigungen über den Weg einzuholen fahren wir noch an einer total netten und abgelegenen, aber auch etwas runtergekommenen Hüttenanlage mit dem Namen Wilderness Lodge vorbei. Dort gibt es von einigen engagierten Höhlenforschern zurückgelassene Tourenbeschreibungen. Wir lesen also die auf eine Wand geschriebene Tourenbeschreibung, versuchen uns alles zu merken, parken unser Auto an einem guten Ausgangspunkt und marschierten los. Der beschriebene Pfad ist allerdings kaum noch existent und bereits nach 10 Minuten haben wir im dichten Busch erste Orientierungsprobleme. Nach einigen Klettereien und Schrammen mehr kommen zufällig zwei Teenager auf Fischtour in Flipflops durch den Urwald und zeigen uns den Weg. Wir wären sonst fast schon umgekehrt. Sie schlagen uns erstmal mit ihren Macheten ein paar Wanderstöcke aus Bambusrohr, die wir auch im dichten Unterholz nutzen sollen um Schlangen zu vertreiben. Die Jungs bleiben leider nicht lange bei uns, da sie fischen müssen, weisen uns aber noch grob mit der Hand den Weg:

Wir laufen und klettern, schlagen uns durch Dschungeldickicht, durchqueren den Fluss weil es nicht weiter geht, wir schwitzen und bluten an einigen Stellen… Schließlich, nach 3 Stunden Hardcore-Wanderung entschließen wir uns aufzugeben und umzukehren. Erst beim Rückweg entdeckten wir den Zulauf, den wir gesucht hatten. Er ist ausgetrocknet und mit Bambus überwachsen. Wir entscheiden uns bis genau 16:30 dem Lauf zu folgen, und auch, wenn wir die Höhle nicht finden würden umzukehren, um vor der Dunkelheit am Auto zu sein. Die Wanderung durch den Bachlauf, der weiter oberhalb etwas Wasser führt, ist traumhaft schön – kühlende Wasserbecken, keine Dornen, schöne Karstformationen. Allerdings werden die zu erkletternden Wasserfälle immer höher und kosten uns Zeit. Zudem sind wir nur zu zweit und wollen durch zu große Hast kein unnötiges Risiko eingehen. Und um 7 Uhr ist es hier stockdunkel. Leider schafften wir es letztendlich nicht mehr bis zum Höhleneingang. Er kann jedoch nicht mehr weit sein, da ich bereits eine Fledermaus sehe. Auf dem Rückweg bricht dann noch bei einer steilen Hangquerung mein Wanderstock und ich stürze einige Meter hinab. Mein Arm blutet etwas. Wir kommen nach vielen Stunden total zerschunden am Auto an und werden dann erstmal von ein paar Rangern am Forstamt (da hatten wir das Auto geparkt) auf einen Thaiwhisky eingeladen.

Wir waren echt fertig, auch weil wir die Wanderung total unterschätzt hatten und mit Teva-Sandalen und kurzen Hosen auch etwas under-equiped waren. Uns wird auf einmal saukalt, wir drehen die Heizung im Jeep auf maximale Leistung. Unsere Suche nach einer Unterkunft führt uns noch 20 km weiter bis nach Soppong. Wir beziehen Quartier in einer super schönen Unterkunft, der Jungle Lodge, einem meiner Favourite Places unserer Reise. Die kleinen 2 Personen-Hütten sind urgemütlich und haben sogar warmes Duschwasser. Das Essen ist exzellent und die Besitzerin Nuai einfach so sympathisch! Mit diversen Pullis und langen Hosen wird uns bei einem Tee und einer Tom Yum-Suppe wieder richtig warm.
Von Soppong aus kann man perfekt Trekking-Touren machen, ich würde dazu allerdings einen Guide empfehlen, den man einfach vor Ort organisieren kann (zumal es auch kaum gute Karten gibt).
Wir erkunden in den nächsten 2 Tagen mit unserem Jeep die Gegend und treffen auf der Suche nach einer Höhle in der Nähe von Mae Lana auf eine Gruppe Studenten aus Bangkok. Der Onkel einer Studentin ist zufällig örtlicher Höhlenführer und wir werden auf eine kleine aber feine Tour eingeladen. Ohne Helm und ohne Gurt ging es über eine schwankende Bambusleiter in die Tiefe…Die Gegend dort ist übrigens voller imposanter, und soweit ich weis auch noch relativ unerforschter Höhlen.
Weiter nach Pai und zurück nach Chiang Mai
Wir fahren dann, nach 2 Nächten in der Jungle Lodge weiter bis Pai. Pai ist ein typisches Traveller-Nest in dem die weiße Dreadlock-Wickelrock-dicke-Zigaretten-Fraktion das Straßenbild prägt. Es gibt viele Bars und Restaurants und – Touri hin oder her – es gefällt uns da für 2 Tage sehr gut. Unsere Unterkunft (Kanter House) ist auch total nett und zudem zentral gelegen und mit 250 Baht (5 Euro) obendrein günstig.
Mit unserem Mobiltelefon buchen wir von dort einen Flug von Chiang Mai nach Bangkok. Handytelefonie ist in Thailand übrigens extrem günstig. SIM-Karten von z.B. 1-2-Call (GSM) bekommt man in vielen Supermärkten und die passenden Guthabenkarten an fast jeder Ecke. Ein Gespräch über Handy nach Deutschland kostet mit einer günstigen Vorwahlnummer nur neun Bhat/ Minute, also rund 20 Cent.
Gemütlich fahren wir nach zwei Tagen Pai mit unserem lieb – gewordenen Suzuki-Frisösenjeep drei Stunden bis Chiang Mai Airport, wo wir zur Autoübergabe mit dem Verleiher verabredet sind. Die übergabe klappt problemlos.
…und demnächst geht es hier in der jo-zone weiter mit Thailand Part Three: Die Inseln Koh Phayam und Koh Phangan…
[weiter lesen...]
Reisebericht Thailand Part Two: Der Norden
Reisebericht Thailand Part Two: Der Norden
Per Jeep in Richtung Grenzregion
Wir fahren über Asphalt und Off-Road-Pisten durch einsame Bergtäler des Doi Inthanon Nationalparks und kleine Dörfer bis nach Mae Chaem, wo wir in einer seltsam einsamen Hotelbungalowanlage (Mae Chaem Hotel) übernachten. Es gibt ein Schwimmbad, Fitnessraum etc. und die übernachtung kostet 300 Baht (6,50 Euro) für den Bungalow inkl. Dusche/ WC/ Aircondition und wir sind die einzigen Gäste. Es ist fast schon gespenstisch, so allein hier zu sein. Das Essen ist dort absolut scheußlich – etwas angeekelt und mehr aus Höflichkeit würgen wir ein paar Bissen hinunter. Zum Glück finden wir am Markt im Zentrum noch einen Pancake-Stand..
Auch hier im Ort gibt es nämlich wie überall in Thailand einen überdachten Markt mit Essen. Außerdem gibt es hier ein Sportplatz und wenige kleine Läden, aber keine Bar oder andere Angebote für Touristen.
Wir sehen übrigens auch den einzigen toten Hund am Strassenrand – ein Wunder, dass es nicht mehr waren, da sie ständig auf der Strasse rumlaufen, oder sogar dort pennen.
Begegnung mit den Hmong
Unser Weg führt weiter über steile Bergstrassen entlang des Mae Surin Nationalparks in Richtung des malerischen Städtchens Mae Hong Son.
Auf halbem Weg begegnen uns in einem kleinen Ort viele in Trachten gekleidete Menschen. Wir steigen neugierig aus und gehen etwas verhalten über einen fußballfeld-großen Platz auf dem Alt und Jung in ihren Trachten umhergehen, und sich an einfachen Kirmesevents wie Dosenwerfen aber auch kulturtypischen Spielen, wie z.B. einem speziellen Kreiseldreh-Wettbewerb vergnügen. Besonders fällt uns eine Menschengasse aus Jugendlichen auf, in der sich Jungen und Mädchen gegenüber stehen, und „einfach so“ Tennisbälle zuwerfen.
Nach einiger Zeit spricht uns ein junger Mann und ein etwa 15-Jähriges Mädchen sehr freundlich auf Englisch an. Zunächst werden wir gebeten einen Fragebogen auszufüllen (Warum sind wir hier, was ist unser Lieblingsessen, etc…) und werden nun aufgeklärt, dass es sich um das Neujahrsfest eines Hmong-Stammes handele. Die Hmong stammen ursprünglich aus China, was man auch an ihrer Physiognomie sehen kann und gelten als eine der größten Volksgruppen Asiens. Wir dürfen frei fotografieren und alle sind nett und aufgeschlossen. Viele Jugendliche wollen mit uns auf ein Bild und machen dabei gerne „klassische“ Posen wie das Victory-Zeichen. Das Tennisball-Werfen ist übrigens, so wird uns erklärt, ein alter Brauch um Männlein und Weiblein einander einfach näher kommen zu lassen. Man nutzt das Werfen zur einfachen Kontaktanbahnung, dann kann man mal weiter sehen…
Nach einem kleinen Snack verabschieden wir uns und fahren weiter bis Mae Hong Song, das wir am frühen Abend erreichen.
Mae Hong Song und Umgebung
Mae Hong Song hat eine total relaxte Kurortathmosphäre. Es gibt nur wenige „Weiße“ und man sieht dafür viele thailändische Touristen die sich in der frischen Bergluft erholen.
Um den zentral gelegenen Stadtsee erstreckt sich ein sehr gepflegter Park und eine Flaniermeile mit Restaurants, Essensständen und einigen Händlern welche die traditionellen Produkte ihrer Bergstämme verkaufen.
Wir nutzen den Ort für einige Tage als Basislager für Tagesausflüge in die umliegende Bergregion. übernachten tun wir im Johnnie´s Hotel direkt am Stadtsee.
Kulinarisch interessant ist übrigens ein All You Can Eat Thai-Fondue in einem Restaurant direkt am See, bei dem man Fleisch und Fisch auf dem Tisch grillt und gleichzeitig in einer speziellen Vorrichtung Suppe aus Lemongrass, Basilikum und anderem kocht. Die Thais verhalten sich beim All You Can Eat übrigens genauso verfressen wie die Deutschen bei Pizza-Hut und wir müssen echt zusehen von den aus der Küche getragenen Rohfleischbergen auch etwas abzubekommen.
Per Jeep rund um Mae Hong Song
In den folgenden zwei Tagen fahren wir in abgelegene Dörfer an der Birmesischen (Myanmarschen) Grenze und landen auch fast auf der anderen Seite, wenn da nicht mitten im Nichts ein Grenzposten aus Holzpalisaden und Sandsäcken gewesen wäre. Uns wird relativ deutlich klar gemacht, dass das Fotografieren, und vor allem auch wir, hier ziemlich unerwünscht sind…
Einige der dortigen Dörfer lassen sich eindeutig bestimmten Stämmen zuordnen, manche sind erst jüngeren Datums und wurden von Flüchtlingen aus Burma gegründet.
Die Stämme haben ein sehr unterschiedliches Aussehen. So wirken die Hmong von ihren Gesichtszügen und ihrer Statur her recht „Chinesisch“, die Roten Lahu erinnern mich eher an die nordamerikanischen Apachen und die Karen sind so wie man sich einen hart arbeitenden Bergbauern vorstellt: Gegerbte Gesichter, eher klein, sehnig mit klaren braunen Augen.
Ein kleines Highlight ist der Besuch bei einem Kaffeebauern in Roum Thai, der Arabica-Kaffee anbaut und selber auf offenem Feuer in einer Art Wok röstet. Wir trinken dort erstklassigen Kaffee und kaufen ihm sofort begeistert 500gr ab. Leider entpuppt sich der Kaffee daheim als etwas zu lange oder zu heiß geröstet – man könnte auch verbrannt sagen.
Absolut malerisch ist das Dorf Mae Aw das wie aus einem chinesichen Heimatfilm wirkt. Ein schöner kleiner See, Teeplantagen, Wald, kleine Häuser, lächelnde Menschen.
Angenehm ist überall im Land, dass die Leute einem nicht so hinterher starren. Fremde werden wenig belästigt und ein klares Nein wird meist auch als Nein akzeptiert. Wir werden stets sehr höflich und freundlich behandelt. Viele Thais haben zudem ein ausgeprägtes Dienstleistungsverständnis und bleiben dabei auf Augenhöhe ohne arrogant oder aber unterwürfig zu sein.
Nachdem wir die Gegend gut erkundet hatten geht es weiter in Richtung Soppong.
Nam Lang Cave und Soppong
Auf halbem Weg nach Soppong haben wir einen Djungeltreck zur Nam Lang Cave geplant. Es ist eine angeblich3 stündige Wanderung durch den Dschungel. Um nähere Erkundigungen über den Weg einzuholen fahren wir noch an einer total netten und abgelegenen, aber auch etwas runtergekommenen Hüttenanlage mit dem Namen Wilderness Lodge vorbei. Dort gibt es von einigen engagierten Höhlenforschern zurückgelassene Tourenbeschreibungen. Wir lesen also die auf eine Wand geschriebene Tourenbeschreibung, versuchen uns alles zu merken, parken unser Auto an einem guten Ausgangspunkt und marschierten los. Der beschriebene Pfad ist allerdings kaum noch existent und bereits nach 10 Minuten haben wir im dichten Busch erste Orientierungsprobleme. Nach einigen Klettereien und Schrammen mehr kommen zufällig zwei Teenager auf Fischtour in Flipflops durch den Urwald und zeigen uns den Weg. Wir wären sonst fast schon umgekehrt. Sie schlagen uns erstmal mit ihren Macheten ein paar Wanderstöcke aus Bambusrohr, die wir auch im dichten Unterholz nutzen sollen um Schlangen zu vertreiben. Die Jungs bleiben leider nicht lange bei uns, da sie fischen müssen, weisen uns aber noch grob mit der Hand den Weg:
Wir laufen und klettern, schlagen uns durch Dschungeldickicht, durchqueren den Fluss weil es nicht weiter geht, wir schwitzen und bluten an einigen Stellen… Schließlich, nach 3 Stunden Hardcore-Wanderung entschließen wir uns aufzugeben und umzukehren. Erst beim Rückweg entdeckten wir den Zulauf, den wir gesucht hatten. Er ist ausgetrocknet und mit Bambus überwachsen. Wir entscheiden uns bis genau 16:30 dem Lauf zu folgen, und auch, wenn wir die Höhle nicht finden würden umzukehren, um vor der Dunkelheit am Auto zu sein. Die Wanderung durch den Bachlauf, der weiter oberhalb etwas Wasser führt, ist traumhaft schön – kühlende Wasserbecken, keine Dornen, schöne Karstformationen. Allerdings werden die zu erkletternden Wasserfälle immer höher und kosten uns Zeit. Zudem sind wir nur zu zweit und wollen durch zu große Hast kein unnötiges Risiko eingehen. Und um 7 Uhr ist es hier stockdunkel. Leider schafften wir es letztendlich nicht mehr bis zum Höhleneingang. Er kann jedoch nicht mehr weit sein, da ich bereits eine Fledermaus sehe. Auf dem Rückweg bricht dann noch bei einer steilen Hangquerung mein Wanderstock und ich stürze einige Meter hinab. Mein Arm blutet etwas. Wir kommen nach vielen Stunden total zerschunden am Auto an und werden dann erstmal von ein paar Rangern am Forstamt (da hatten wir das Auto geparkt) auf einen Thaiwhisky eingeladen.
Wir waren echt fertig, auch weil wir die Wanderung total unterschätzt hatten und mit Teva-Sandalen und kurzen Hosen auch etwas under-equiped waren. Uns wird auf einmal saukalt, wir drehen die Heizung im Jeep auf maximale Leistung. Unsere Suche nach einer Unterkunft führt uns noch 20 km weiter bis nach Soppong. Wir beziehen Quartier in einer super schönen Unterkunft, der Jungle Lodge, einem meiner Favourite Places unserer Reise. Die kleinen 2 Personen-Hütten sind urgemütlich und haben sogar warmes Duschwasser. Das Essen ist exzellent und die Besitzerin Nuai einfach so sympathisch! Mit diversen Pullis und langen Hosen wird uns bei einem Tee und einer Tom Yum-Suppe wieder richtig warm.
Von Soppong aus kann man perfekt Trekking-Touren machen, ich würde dazu allerdings einen Guide empfehlen, den man einfach vor Ort organisieren kann (zumal es auch kaum gute Karten gibt).
Wir erkunden in den nächsten 2 Tagen mit unserem Jeep die Gegend und treffen auf der Suche nach einer Höhle in der Nähe von Mae Lana auf eine Gruppe Studenten aus Bangkok. Der Onkel einer Studentin ist zufällig örtlicher Höhlenführer und wir werden auf eine kleine aber feine Tour eingeladen. Ohne Helm und ohne Gurt ging es über eine schwankende Bambusleiter in die Tiefe…Die Gegend dort ist übrigens voller imposanter, und soweit ich weis auch noch relativ unerforschter Höhlen.
Weiter nach Pai und zurück nach Chiang Mai
Wir fahren dann, nach 2 Nächten in der Jungle Lodge weiter bis Pai. Pai ist ein typisches Traveller-Nest in dem die weiße Dreadlock-Wickelrock-dicke-Zigaretten-Fraktion das Straßenbild prägt. Es gibt viele Bars und Restaurants und – Touri hin oder her – es gefällt uns da für 2 Tage sehr gut. Unsere Unterkunft (Kanter House) ist auch total nett und zudem zentral gelegen und mit 250 Baht (5 Euro) obendrein günstig.
Mit unserem Mobiltelefon buchen wir von dort einen Flug von Chiang Mai nach Bangkok. Handytelefonie ist in Thailand übrigens extrem günstig. SIM-Karten von z.B. 1-2-Call (GSM) bekommt man in vielen Supermärkten und die passenden Guthabenkarten an fast jeder Ecke. Ein Gespräch über Handy nach Deutschland kostet mit einer günstigen Vorwahlnummer nur neun Bhat/ Minute, also rund 20 Cent.
Gemütlich fahren wir nach zwei Tagen Pai mit unserem lieb – gewordenen Suzuki-Frisösenjeep drei Stunden bis Chiang Mai Airport, wo wir zur Autoübergabe mit dem Verleiher verabredet sind. Die übergabe klappt problemlos.
…und demnächst geht es hier in der jo-zone weiter mit Thailand Part Three: Die Inseln Koh Phayam und Koh Phangan…
[weiter lesen...]